Warum digitale Bildung mehr als nur ein Tablet braucht


Gast im Interview: Karin Foidl-Jump (Schulberaterin für Unterrichtsentwicklung & Medienkompetenz)
In unserem neuesten Skolon EduTalks werfen wir einen Blick über den Tellerrand, oder besser gesagt, über die Grenze. Wir haben mit Karin Foidl-Jump gesprochen. Nach Stationen in den USA und den Niederlanden berät sie heute Schulen in Deutschland dabei, wie digitale Transformation wirklich gelingt.
Der Kulturschock: „Teaching to the Test“ vs. echte Kompetenz
Karin blickt auf eine beeindruckende internationale Karriere zurück. Doch gerade der Vergleich zwischen dem niederländischen und dem deutschen System zeigt, wo wir oft noch feststecken. Ein zentrales Problem bleibt das „Teaching to the Test“. Wenn Schüler*innen nach fünf Jahren eine Sprache zwar grammatikalisch beherrschen, aber keinen Satz sprechen können, läuft etwas falsch.
In Amsterdam half Karin dabei, eine Schule von Grund auf neu zu denken:
- Weg mit den Wänden: Offene Co-Working Spaces statt geschlossener Klassenzimmer.
- Lernziele statt Noten: Ein Kind kann in Englisch bereits auf dem Niveau der zehnten Klasse arbeiten, wenn es die entsprechenden Ziele erreicht – unabhängig vom Alter.
- Selbstständigkeit: Der Schultag wird in selbstständiges und begleitetes Arbeiten unterteilt.
Die größte Hürde: Das Team mitnehmen
Einigkeit herrscht darüber, dass die Digitalisierung nicht an der Hardware scheitert, sondern an der Akzeptanz im Kollegium.
„Jeder steht woanders. Der eine weiß, wie man das Tablet anmacht, der andere löscht Cookies und vernetzt Geräte blind.“
Um diese Lücke zu schließen, empfiehlt Karin:
- Regelmäßige Zeitfenster: Austausch-Momente (Cluster), in denen sich Lehrkräfte gegenseitig unterstützen.
- Mut zur Lücke: Lehrkräfte müssen sich trauen zu sagen: „Ich kann das noch nicht.“ Wir müssen weg vom Bild der unfehlbaren Expert*innen hin zur „lernenden Gruppe“.
- Realistische Ziele: Statt sofort das gesamte System umzukrempeln, hilft ein Fokus auf kleine Schritte – zum Beispiel einmal pro Tag ein digitales Gerät sinnvoll einzusetzen.
Ein Blick in die Glaskugel: Wo steht Deutschland?
Karin ist ehrlich: Deutschland liegt oft noch Jahre zurück. Während in anderen Ländern die Infrastruktur steht, kämpfen wir hier oft mit veralteten Software-Updates oder bürokratischen Hürden bei der Finanzierung. Das größte Problem bleibt der Föderalismus: Jede Schule muss das Rad oft neu erfinden.
„Der Weg bis zur Freischaltung oder zum Geld ist enorm kompliziert. Es ist schade, dass jede Schule das immer wieder selbst herausfinden muss. Hier geht wertvolle Zeit verloren“
Fazit für Schulträger und Schulleitungen
Digitalisierung sollte den Rücken stärken und Dinge nicht verkomplizieren. Wir müssen die „Zielgruppe Schüler*innen“ dort abholen, wo sie steht – in der digitalen Welt. Wenn das Verhalten der Schüler*innen nicht mehr zum System passt, liegt es meist daran, dass das System Schule nicht mehr zeitgemäß ist.
3 Tipps von Karin Foidl-Jump für deine Schule:
- Dedizierte Rollen: Digitalisierung darf kein „Zusatzjob“ sein. Es braucht Expert*innen, die Zeit für Support und pädagogische Konzepte haben und auch das Kollegium / schulen mitnehmen können.
- Dialog statt Top-Down: Bezieht die Schüler*innen ein! Wenn sie sich gehört fühlen, verändert sich auch das Verhalten im Unterricht.
Einfachheit gewinnt: Plattformen, die den Zugang bündeln und die Passwort-Flut eindämmen, senken die Hemmschwelle für das Kollegium enorm.
Das ist Skolon: Wir vereinen die besten digitalen Schulwerkzeuge und bringen sie in Ihr Klassenzimmer.
Skolon ist eine unabhängige Plattform für digitale Lernwerkzeuge und Unterrichtsressourcen, entwickelt für Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler. Mit Skolon wird der Zugriff auf digitale Tools einfach, sicher und effizient: weniger Administration, mehr Zeit fürs Lernen. Die angebotenen Werkzeuge stammen von kleinen und großen Anbietern, die eines gemeinsam haben – sie entwickeln digitale Lösungen, die den Schulalltag wirklich besser machen.
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Gast im Interview: Karin Foidl-Jump (Schulberaterin für Unterrichtsentwicklung & Medienkompetenz)
In unserem neuesten Skolon EduTalks werfen wir einen Blick über den Tellerrand, oder besser gesagt, über die Grenze. Wir haben mit Karin Foidl-Jump gesprochen. Nach Stationen in den USA und den Niederlanden berät sie heute Schulen in Deutschland dabei, wie digitale Transformation wirklich gelingt.
Der Kulturschock: „Teaching to the Test“ vs. echte Kompetenz
Karin blickt auf eine beeindruckende internationale Karriere zurück. Doch gerade der Vergleich zwischen dem niederländischen und dem deutschen System zeigt, wo wir oft noch feststecken. Ein zentrales Problem bleibt das „Teaching to the Test“. Wenn Schüler*innen nach fünf Jahren eine Sprache zwar grammatikalisch beherrschen, aber keinen Satz sprechen können, läuft etwas falsch.
In Amsterdam half Karin dabei, eine Schule von Grund auf neu zu denken:
- Weg mit den Wänden: Offene Co-Working Spaces statt geschlossener Klassenzimmer.
- Lernziele statt Noten: Ein Kind kann in Englisch bereits auf dem Niveau der zehnten Klasse arbeiten, wenn es die entsprechenden Ziele erreicht – unabhängig vom Alter.
- Selbstständigkeit: Der Schultag wird in selbstständiges und begleitetes Arbeiten unterteilt.
Die größte Hürde: Das Team mitnehmen
Einigkeit herrscht darüber, dass die Digitalisierung nicht an der Hardware scheitert, sondern an der Akzeptanz im Kollegium.
„Jeder steht woanders. Der eine weiß, wie man das Tablet anmacht, der andere löscht Cookies und vernetzt Geräte blind.“
Um diese Lücke zu schließen, empfiehlt Karin:
- Regelmäßige Zeitfenster: Austausch-Momente (Cluster), in denen sich Lehrkräfte gegenseitig unterstützen.
- Mut zur Lücke: Lehrkräfte müssen sich trauen zu sagen: „Ich kann das noch nicht.“ Wir müssen weg vom Bild der unfehlbaren Expert*innen hin zur „lernenden Gruppe“.
- Realistische Ziele: Statt sofort das gesamte System umzukrempeln, hilft ein Fokus auf kleine Schritte – zum Beispiel einmal pro Tag ein digitales Gerät sinnvoll einzusetzen.
Ein Blick in die Glaskugel: Wo steht Deutschland?
Karin ist ehrlich: Deutschland liegt oft noch Jahre zurück. Während in anderen Ländern die Infrastruktur steht, kämpfen wir hier oft mit veralteten Software-Updates oder bürokratischen Hürden bei der Finanzierung. Das größte Problem bleibt der Föderalismus: Jede Schule muss das Rad oft neu erfinden.
„Der Weg bis zur Freischaltung oder zum Geld ist enorm kompliziert. Es ist schade, dass jede Schule das immer wieder selbst herausfinden muss. Hier geht wertvolle Zeit verloren“
Fazit für Schulträger und Schulleitungen
Digitalisierung sollte den Rücken stärken und Dinge nicht verkomplizieren. Wir müssen die „Zielgruppe Schüler*innen“ dort abholen, wo sie steht – in der digitalen Welt. Wenn das Verhalten der Schüler*innen nicht mehr zum System passt, liegt es meist daran, dass das System Schule nicht mehr zeitgemäß ist.
3 Tipps von Karin Foidl-Jump für deine Schule:
- Dedizierte Rollen: Digitalisierung darf kein „Zusatzjob“ sein. Es braucht Expert*innen, die Zeit für Support und pädagogische Konzepte haben und auch das Kollegium / schulen mitnehmen können.
- Dialog statt Top-Down: Bezieht die Schüler*innen ein! Wenn sie sich gehört fühlen, verändert sich auch das Verhalten im Unterricht.
Einfachheit gewinnt: Plattformen, die den Zugang bündeln und die Passwort-Flut eindämmen, senken die Hemmschwelle für das Kollegium enorm.
Das ist Skolon: Wir vereinen die besten digitalen Schulwerkzeuge und bringen sie in Ihr Klassenzimmer.
Skolon ist eine unabhängige Plattform für digitale Lernwerkzeuge und Unterrichtsressourcen, entwickelt für Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler. Mit Skolon wird der Zugriff auf digitale Tools einfach, sicher und effizient: weniger Administration, mehr Zeit fürs Lernen. Die angebotenen Werkzeuge stammen von kleinen und großen Anbietern, die eines gemeinsam haben – sie entwickeln digitale Lösungen, die den Schulalltag wirklich besser machen.
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